200 Jahre Stille Nacht, Heilige Nacht

Nach einer Legende soll am Heiligen Abend 1818 in der Kapelle von Oberndorf, einem kleinen Ort bei Salzburg in Österreich, die Orgel kaputt gewesen sein, weil Mäuse sie angefressen hatten. Pfarrer Joseph Mohr musste schnell Ersatz für die Heilige Messe finden.
Er gab einem befreundeten Komponist, Franz Xaver Gruber, ein Gedicht, das er bereits im Jahre 1816 geschrieben hatte, am 24. Dezember 1818 mit der Bitte, es für die Christmette zu vertonen, was dieser auch bis zum Abend tatsächlich schaffte.
Das Lied kam so gut an, dass es sich in den kommenden Jahren immer mehr verbreitete.

Heute ist das bekannteste Weihnachtslied der Welt. Jedes Jahr an Weihnachten singen geschätzte zweieinhalb Milliarden Menschen in inzwischen weit mehr als 200 Sprachen dieses Lied.

Bekannt sind eigentlich nur drei Strophen des Gedichtes, ursprünglich besteht es aber aus sechs:
1 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Alles schläft. Einsam wacht
Nur das traute heilige Paar.
Holder Knab’ im lockigten Haar,
Schlafe in himmlischer Ruh! (2x)

2 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Gottes Sohn! O! wie lacht
Lieb’ aus deinem göttlichen Mund,
Da uns schlägt die rettende Stund’.
Jesus! in deiner Geburt! (2x)

3 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Die der Welt Heil gebracht,
Aus des Himmels goldenen Höh’n
Uns der Gnade Fülle läßt seh’n
Jesum in Menschengestalt! (2x)

4 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Wo sich heut alle Macht
Väterlicher Liebe ergoß
Und als Bruder huldvoll umschloß
Jesus die Völker der Welt! (2x)

5 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Lange schon uns bedacht,
Als der Herr vom Grimme befreyt,
In der Väter urgrauer Zeit
Aller Welt Schonung verhieß! (2x)

6 Stille Nacht! Heilige Nacht!
Hirten erst kundgemacht
Durch der Engel „Halleluja!“
Tönt es laut bey Ferne und Nah:
„Jesus der Retter ist da!“ (2x)